Wie der Bocksbeutel nach Neuweier kam...
 
Die drei Winzergenossenschaften und selbstvermarktenden Weinbaubetriebe des Baden-Badener Reblandes werben mit der Besonderheit des Bocksbeutels, einem Qualitätsprädikat.

Der Bocksbeutel hat seine Heimat im Frankenland, im Main- und Taubertal, Zentrum Würzburg, ganz unabhängig von Baden oder Bayern, denn diese Verwaltungsgrenzen entstanden ja erst durch die Napolionische Neuordnung Deutschlands (1803
und 1806). Die Versiegelung des Steinweins gegen Mißbrauch in diesen besonderen Flaschen macht klar: der Bocksbeutel bedeutet von Anfang an ein besonderes Qualitätsprädikat. Aus den wenigen Quellen über den Bocksbeutel geht also sehr früh hervor: Der Bocksbeutel ist nicht irgendein Weinbehältnis, sondern verleiht seinem Inhalt die Eigenschaften de speziellen fränkischen Provenienz und einer hervorragenden Qualität.

Das Rebland bei Baden-Baden bietet seit Jahrhunderten Weine höchster Qualität, dafür sorgten Klöster und Rittergüter. Und ein solches Rittergut, das untere Schloß Neuweier, hat den Bocksbeutel nach Neuweier gebracht. Schon 1615 erbten die beiden Familien von Elz und Knebel von Katzenellenbogen Schloß und Güter der Dalbergs in Neuweier.

Die nachfolgenden Schloßherren förderten in gleicher Weise den Weinbau wie die großen Vorfahren. Seit 1869 war die Baden-Badener Familie August Rößler im Besitz des unteren Schlosses und seiner Weingüter. Sie machten die Lage Mauerberg zu einer Berühmtheit und füllten ihn selbstverständlich ebenfalls im Bocksbeutel ab.

Seit 1992 ist Familie Joos im Besitz von Schloß und Weingut. Frau Joos führt das Weingut in alter Tradition weiter, natürlich mit modernster und schonender Kellerwirtschaft. Sie konnte bis heute viele Erfolge verzeichnen und gehört weltweit zu den 100 besten Weinerzeugern.